Bewegungsfugen

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Beispiel eines Fugenplans im Estrich
Bewegungsfuge eines Industriebodens mit Verdübelung zur Querkraftübertragung (z.B. in Sonderfällen für Flächen im Freien und im Torbereich beim Übergang vom Freien in die Halle)

Auch Dehnfugen, Dilatationsfugen oder Raumfugen genannte Fugen zur Aufnahme von gegenseitigen Verschiebungen benachbarter Bauwerksteile.
Sie erlauben unterschiedliche Bewegungen der Bauteile in einer oder in mehreren Richtungen; z. B. Dehnungen, Verkürzungen, unterschiedliche Setzungen benachbarter Bauteile, Verdrehungen und Kombinationen dieser Bewegungen. Bewegungsfugen sollen Bauwerke oder Bauteile unterteilen und trennen. Die Fugen müssen den Bauabschnitten einen gewissen Spielraum für die Eigenbewegungen lassen.
Die häufigsten Fehler bei Bewegungsfugen betreffen die konstruktive Durchbildung, insbesondere die Auswahl des Fugendichtstoffes, eine zu geringe Fugenbreite, nicht konsequent durchgeführte Fugen und Minderung der Wirksamkeit durch Verunreinigung wie Steine oder Mörtel.

Bewegungsfugen in WU-Bauwerken (Weiße Wanne)
Typische Bewegungsfugen werden zwischen großen und/oder ungleichen Gebäudeteilen angeordnet, um unterschiedliche Setzungen und andere Bewegungen rissfrei zuzulassen. Da bei Bewegungsfugen Verformungen erwartet werden, muss an dieser Stelle mit einem flexiblen Fugenmaterial gearbeitet werden, das auch jahrzehntelang funktioniert. Daher kommen hier Bewegungsfugenbänder zum Einsatz.Die Ausbildung erfolgt als wasserundurchlässige Fuge.

Bewegungsfugen in Estrichflächen
Eine Bewegungsfuge trennt Estrichflächen in ihrer gesamten Dicke und gestattet Formänderungen des Estrichs/Industriebodens rechtwinklig zur Fugenrichtung. Die Fugenbreite hängt von den zu erwartenden Verformungen ab. Die Breiten der Bewegungsfugen sollten bei den auf 8 m zu begrenzenden Feldlängen 8 mm bis 10 mm nicht unterschreiten. Die Randfugen sollten Verformungen von mindestens 5 mm ermöglichen.

Bewegungsfugen in Industrieböden
Bewegungsfugen trennen die Betonplatte in ganzer Dicke. Sie sind bei Anschlüssen an vorhandene Bauteile nötig, also bei festen Einbauten wie Stützen, Wänden, Schächten und Kanälen. Die Fugeneinlage sollte weich genug und mindestens 20 mm dick sein (z.B. Mineralfasermatten). Für die Anordnung der Fugen sind folgende Punkte zu beachten:

  • Fugen im Bereich geringerer Beanspruchungen vorsehen, nicht unter großen, punktförmig wirkenden Lasten;
  • Fugenkreuze nicht in den Hauptfahrbereichen anordnen, auch keine Längsfugen nahe der Hauptfahrspur ausbilden,
  • Bewegungsfuge (Dehnfugen) nicht innerhalb der Fläche anordnen; sie sind jedoch stets erforderlich zur Trennung der Betonplatte von anderen Bauteilen,
  • Zwickel wegen erhöhter Bruchgefahr stets vermeiden; also keine Platten herstellen, die schmal sind oder spitz zulaufen;
  • Längs- und Querfugen sollen sich kreuzen und nicht gegenseitig versetzt werden,
  • einspringende Ecken vermeiden, ggf. durch sinnvoll angeordnete Fugen nicht nur bei L-förmigen Grundrissen, sondern auch im Bereich von Stützen, wenn hohe Ansprüche an die Risssicherheit gestellt werden,
  • Querfugen in Hauptfahrstreifen für Radlasten ab 60 kN verdübeln.

Bewegungsfugen im Fahrbahndecken aus Beton
siehe Raumfugen

Literatur