Fuller, William Barnard

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William Barnard Fuller, amerikanischer Bauingenieur und Baustoffwissenschaftler
geb. 12. November 1863 in Swampscott, Massachusetts (USA); gest. 17. Juni 1923 in Eagle Rock, Kalifornien (USA).
Fuller schloss 1883 sein Bauingenieurstudium am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ab und arbeitete anschließend als Consulting Engineer und Projektingenieur bei mehreren Projekten, u. a. als Chefingenieur für die Mexican Northern Power Company beim Bau der bis zu 80 m hohen Dämme „La Boquilla Dam“ am Rio Conchos im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua (ab 1909). Er gründete 1910 mit George Arthur Johnson (1874 - 1934) das Consulting-Unternehmen Johnson and Fuller.
Bekannt wurde Fuller durch seine Betonversuche, die er ab 1901 vorbereitend für den Bau der Filterbecken der Trinkwasseraufbereitungsanlage der New Jersey Water Company in Little Falls durchführte. Er suchte nach Betonzusammensetzungen, die wasserundurchlässige und dabei möglichst schlanke Beckenwände ermöglichen. Untersucht wurden Dichte und Druckfestigkeit von Betonbalken (6 inch) mit verschiedenen Betonzusammensetzungen. Die Versuche zeigten, dass ein enger Zusammenhang zwischen Betondruckfestigkeit, Zementgehalt und Dichte des Betongefüges besteht. Bei gleichem Zementgehalt ergab die dichteste Mischung den Beton mit der höchsten Druckfestigkeit. Die Gesteinskörnung mit einer bestimmten Kornzusammensetzung ergab immer die höchste Druckfestigkeit. Umfangreiche Versuche zwischen 1903 und 1905 mit verschiedenen Betonzusammensetzungen für den Bau des Jerome Park Reservoir in New York gaben ihm zusammen mit Sanford E. Thompson die Möglichkeit, die Erkenntnisse auf breiterer Basis mit weiteren Betonausgangsstoffen zu bestätigen.
Fuller und Thompson entwickelten daraus eine Idealsieblinie und beschrieben die Gesetzmäßigkeiten durch die Fuller-Kurve und die Fuller-Gleichung.
Am 12. Februar 1908 wurde Fuller zum Ehrenmitglied der American Society of Civil Engineers ernannt.
Fuller war seit dem 18. Juli 1907 Mitglied in der American Water Works Association.

Literatur