Reife, gewichtete

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Mit Hilfe der gewichteten Reife kann die Druckfestigkeit von jungem Beton kontinuierlich und zerstörungsfrei ermittelt werden.
Es gibt zahlreiche Fälle, in denen die Kenntnis der Festigkeitsentwicklung und die Festigkeit des jungen Betons wichtig, z.T. notwendig ist, so z.B. beim Ausschalen oder Vorspannen. Die Anwendung eines Reifemodells zur Aussage über die Betondruckfestigkeit ist eine bekannte Methode. Druckfestigkeit ist u. a. eine Funktion von Zeit, Temperatur und Betonzusammensetzung. Diese Faktoren werden zur Größe „Reife“ umgerechnet. Zur allgemeinen Anwendung gilt die These:
Gleiche Reife = Gleiche Druckfestigkeit.
Betone gleicher Zusammensetzung, die unter verschiedenen Temperaturverläufen erhärten, erreichen bei gleicher Reife die gleiche Druckfestigkeit. Anhand eines Referenzbetons, für den die Beziehung Reife und Druckfestigkeiten bekannt sind, kann also nach der Reifemessung an einem entsprechenden Beton im Bauwerk auf dessen Druckfestigkeit geschlossen werden.
Eine einfache Möglichkeit zur Bestimmung der Reife ist die Reifezahl nach der Formel nach Saul, die jedoch nicht berücksichtigt, dass die Reife bei höherer Temperatur - abhängig von der Zementart - überproportial zunehmen müsste.
In den Niederlanden wird daher seit 1983 von einem von de Vree weiterentwickelten, unter dem Namen „gewichtete Reife“ bekannten Verfahren Gebrauch gemacht. Bei diesem Verfahren wird der Einfluss des Zements über den C-Wert berücksichtigt.


Literatur